Seife
In keinem Haushalt, in keinem Bad fehlt sie: die Seife. Wie Brot zur Basis der Ernährung gehört, zählt Seife zu den Grund-Hygieneartikeln auf der ganzen Welt. Die kleinen handlichen Stücke gibt es heute in allen Formen und Farben, mal transparent und weich, mal hart und "kernig", je nach Vorliebe und Lust und Laune der Benutzer. Mal ist Seife mit Parfümzusätzen oder Essenzen gemischt, mal ist sie puristisch "rein", ohne jeden Zusatzstoff und nur aus den Grundstoffen Fett, Öl und lauge hergestellt.
Unsere Großeltern wussten noch genau, wie Seife selbst hergestellt wird. Sie versetzten gesammeltes Öl und Fett mit Lauge. Die Lauge wurde aus der Asche von Holz gewonnen, die täglich aus den Öfen im Haus als Abfallprodukt anfiel. Mit Regenwasser wurde Kalilauge herausgelöst, gefiltert und durch Kochen eingedickt. Ganz fest wurde diese Seife nicht. Es entstand Schmierseife, die es auch heute noch im Handel zu kaufen gibt und zum Beispiel zum Hausputz oder zur Vorreinigen von arg beanspruchten Wäschestücken verwendet wird. Dabei können enge Hosen, z.B. Jeanshosen, noch enger werden; ein Trend der 80iger Jahre. In der industriellen Seifenherstellung wurde die Kalilauge durch Natronlauge ersetzt mit dem Effekt, dass die Seifenstücke steinhart werden. Es entsteht die so genannte Kernseife. Im Grunde funktioniert die Seifenherstellung noch heute nach diesen Prinzipien. Das Geheimnis der Hersteller liegt in den Zusatzstoffen, die beigemischt und ein Stück Seife sogar zu einem teuren Luxusgut werden lassen können.
Heutzutage ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass Seife gar nicht mehr aus Seife, sprich aus den Grundstoffen Öl, Fett und Lauge besteht. So genannte Detergenzien ersetzen den Seifengrundstoff, die radikal Fette und Öle in eine wasserlösliche Form bringen und "sauber" machen ohne Schlieren und Fettrückstände in der Badewanne oder im Waschbecken zu hinterlassen. Der Nachteil: viele Menschen reagieren auf diese Substanzen allergisch und bekommen Hautreizungen. Seifen werden deshalb von den Herstellerfirmen bevor sie in den Handel kommen auf die Hautverträglichkeit getestet. Sensible Menschen schwören dennoch auf handgefertigte Seife, die nur die bereits erwähnten Grundstoffe, und gegebenenfalls wertvolle (Duft-)Öle oder natürliche Geruchsaromen enthalten.
Kosmetikerinnen wählen dagegen meist parfümfreie Seifen, da diese von fast allen Patienten problemlos vertragen werden; die Gefahr für eine allergische Reaktion nach der Behandlung wäre sonst einfach zu groß und Parfüm- und Farbstoffe könnten nicht zuletzt immer auch die Kosmetikliegen beschädigen.